Evans triumphiert in Japan
Toyota gelingt eindrucksvoller Vierfach-Erfolg und baut Vorsprung in Herstellerwertung aus
Impressionen
Wien. Elfyn Evans hat die Rallye Japan zum dritten Mal in vier Jahren gewonnen und damit einen eindrucksvollen Vierfachsieg für das TOYOTA GAZOO Racing World Rally Team auf heimischen Straßen angeführt. Sébastien Ogier und Sami Pajari komplettierten gemeinsam mit Evans das Podium, während Lokalmatador Takamoto Katsuta die Top Vier abrundete.
Für den GR YARIS Rally1 ist es der vierte Sieg in Folge bei fünf Austragungen der Rallye in Toyota City. Zugleich dürfte es der letzte Einsatz der aktuellen Rally1-Fahrzeuggeneration auf japanischen Straßen sein, bevor 2027 ein neues Reglement in Kraft tritt.
Nach der Verlegung des Termins von November auf Ende Mai stellte die Rallye die Teams in diesem Jahr vor neue Herausforderungen: Temperaturen von über 30 Grad Celsius verlangten Fahrer, Fahrzeugen und Reifen viel ab.
Auf den engen und kurvenreichen, waldreichen Bergstraßen der Präfekturen Aichi und Gifu zeigte Evans erneut seine Klasse. Vor allem auf der legendären Prüfung „Isegami’s Tunnel“ am Freitag nutzte er seine Startposition optimal, um früh die Führung zu übernehmen.
In den folgenden Tagen wurde das Duo Evans/Beifahrer Scott Martin von den Teamkollegen unter Druck gesetzt, behielt jedoch stets die Kontrolle und sicherte sich souverän den Sieg. Für Evans ist es der 13. WRC-Erfolg seiner Karriere sowie der insgesamt 50. Podiumsplatz in der Weltmeisterschaft. Gleichzeitig baut er damit seine Führung in der Fahrerwertung zur Saisonhalbzeit auf 20 Punkte aus.
Sébastien Ogier und Vincent Landais, Sieger der Rallye Japan 2025, belegten nach einer gewohnt kämpferischen Leistung den zweiten Platz. Sie überquerten die Ziellinie 12,8 Sekunden hinter Evans und Martin.
Führung in Herstellerwertung auf 127 Punkte ausgebaut
Das aufstrebende Nachwuchstalent Sami Pajari und Co-Pilot Marko Salminen feierten ihr fünftes Podium in den vergangenen sechs Rallyes sowie insgesamt die sechste Top‑3-Platzierung seit ihrem ersten Podestplatz bei der Rallye Japan im vergangenen Jahr.
Takamoto Katsuta wurde von den japanischen Rallye-Fans begeistert empfangen, nachdem er in dieser Saison bereits WRC-Siege in Kenia und Kroatien erzielt hatte. Ein Reifenschaden am Freitagmorgen kostete wertvolle Zeit, doch gemeinsam mit Beifahrer Aaron Johnston kämpfte er sich zurück, gewann am Schlusstag eine Wertungsprüfung und belegte sowohl in der Power Stage als auch in der Super-Sunday-Wertung den zweiten Platz.
Oliver Solberg lag bei seiner ersten Rallye Japan im Rally1-Fahrzeug ebenfalls im Kampf um den Sieg, ehe er am Samstagnachmittag in einer schlammigen Kurve von der Strecke rutschte und die Hinterradaufhängung beschädigte. Nach dem Restart am Finaltag gewann er drei der sechs Prüfungen, darunter die abschließende Power Stage, und sicherte sich zudem den Sieg in der Super-Sunday-Wertung.
Mit dem Erfolg in der Power Stage hat der GR YARIS Rally1 nun 50 aufeinanderfolgende Bestzeiten auf Asphalt über die letzten drei WRC-Läufe auf diesem Untergrund erzielt. Gleichzeitig baut TOYOTA GAZOO Racing seine Führung in der Herstellerwertung auf 127 Punkte aus.
Im Rahmen des TGR WRC Challenge Programms erreichte Yuki Yamamoto bei seinem Heimlauf sein Ziel und feierte im GR Yaris Rally2 gemeinsam mit Beifahrer James Fulton erstmals einen Podiumsplatz in der WRC2-Kategorie. Teamkollege Alejandro Cachón lieferte sich am Wochenende einen spannenden Kampf um die Wiederholung seines WRC2-Siegs aus dem Jahr 2025 und belegte am Ende knapp den zweiten Platz.
Akio Toyoda (TGR-WRT Chairman)
„Elfyn, Scott, herzlichen Glückwunsch zu eurem dritten Sieg bei der Rallye Japan! Auf den herbstlichen Straßen, die wir bis zum vergangenen Jahr befahren haben, wart ihr unglaublich schnell – und ebenso schnell wart ihr diesmal auf den frisch begrünten Strecken. Auch bei unseren gemeinsamen Testfahrten hier vor einigen Jahren wart ihr die Schnellsten. Ich denke, die japanischen Straßen liegen euch einfach besonders gut.
Du bist zudem der einzige Fahrer, der so oft direkt vor meinen Augen gewonnen hat. Ich glaube, das zeigt, dass wir auch ein gutes Team sind. Wenn eine wichtige Rallye ansteht, lade mich bitte unbedingt ein – ich würde gerne sofort mit meiner Assistentin die Termine abstimmen!
Mein Dank gilt auch Sébastien und Vincent sowie Sami und Marko – dem Team ist ein fantastischer Vierfacherfolg gelungen. Gleichzeitig habt ihr unserem neuen Präsidenten und CEO Kenta Kon sein erstes Podiumserlebnis ermöglicht. Auch wenn er sich selbst scherzhaft als ‚zahlengetrieben‘ bezeichnet, ist er in Wirklichkeit ein echter Auto-Enthusiast, der sogar selbst an kleineren Rallyes teilnimmt. Er hat sich sehr über dieses gemeinsame Erlebnis gefreut.
Für Oliver und Takamoto war es hingegen eine schwierige Rallye. Besonders Oliver wirkte bei meinem Besuch im Servicepark niedergeschlagen. Es hat mich sehr beeindruckt zu sehen, wie Jari-Matti und Juha ihn aufgebaut haben – und wie auch Sébastien ihm Mut zugesprochen hat. Dieses Miteinander zeigt einmal mehr die Stärke unseres Teams.
In den vergangenen Jahren markierte die Rallye Japan das Saisonende und eine Gelegenheit zum Durchatmen. Jetzt stehen wir jedoch erst zur Halbzeit. Vor uns liegt eine Reihe anspruchsvoller Schotter-Rallyes. Vielen Dank an das gesamte Team für die bisherige Arbeit – und lasst uns weiter alles geben. Es liegt noch ein langer und herausfordernder Weg vor uns!“