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„Made with Europe“: Toyota wirbt für Partnerschaft und Pragmatismus in Europas Automobilindustrie

Toyota Motor Europe setzt sich für pragmatische CO₂-Vorgaben, Technologieoffenheit und die Einbindung verlässlicher Handelspartner ein

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Das Wichtigste in Kürze

  • „Made with Europe“ soll das Vereinigte Königreich, die Türkei und Japan als Partner einbeziehen
  • Toyota schlägt für die CO₂-Ziele einen fünfjährigen Erfüllungszeitraum von 2028 bis 2032 sowie zusätzliche Flexibilitäten für 2035 vor
  • Das britische ZEV-Mandat soll stärker an Ansatz und Zeitplan der EU ausgerichtet werden

Wien. Während die EU über den Industrial Accelerator Act und das Automobilpaket berät und die britische Regierung ihr Zero Emission Vehicle (ZEV) Mandate überprüft, appelliert Toyota an die Politik: Europas Automobilindustrie braucht Pragmatismus und starke Partnerschaften, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Seit mehr als 60 Jahren entwickelt und produziert Toyota in Europa Fahrzeuge, Motoren und Hybridsysteme und investiert gemeinsam mit europäischen Zulieferern kontinuierlich in Kompetenzen und Know-how.

„Toyota ist in Europa kein Gast. Wir sind ein europäischer Hersteller und wir wollen, dass die europäische Automobilindustrie erfolgreich ist“, sagt Yoshihiro Nakata, President und CEO von Toyota Motor Europe.

Toyota unterstützt die europäischen Klimaziele uneingeschränkt. Die anstehenden politischen Entscheidungen müssen aus Sicht des Unternehmens jedoch Ambition und Realismus miteinander verbinden. Entscheidend sind Regeln, die sich an der tatsächlichen Kundennachfrage orientieren und offen für alle Technologien bleiben, die zur CO₂-Reduktion beitragen.

Von „Made in Europe“ zu „Made with Europe“

Toyota begrüßt das Ziel des Industrial Accelerator Act, Europas industrielle Basis zu stärken. Um im globalen Wettbewerb bestehen zu können, braucht Europa jedoch ausreichend Größe. Gemeinsam mit dem Vereinigten Königreich, der Türkei und Japan umfasst der Markt rund 31 Millionen Fahrzeuge. Toyota ist überzeugt, dass eine Beschränkung der Fertigung innerhalb der EU das falsche Signal an langjährige Investoren senden würde. Denn ein in Europa gefertigtes Fahrzeug steht nicht nur für die Herkunft seiner Teile, sondern auch für Ingenieursleistung, Forschung und Entwicklung, Montage und qualifizierte Arbeitsplätze.

Toyota schlägt deshalb vor, eine begrenzte Zahl von Freihandels- und Zollunionspartnern auf Basis voller Gegenseitigkeit anzuerkennen. Die Anforderungen an den europäischen Wertschöpfungsanteil sollten schrittweise eingeführt werden und nach drei Jahren 70 Prozent erreichen. Berechnungsgrundlage soll der Ab-Werk-Wert des Fahrzeugs sein, einschließlich der Wertschöpfung aus Engineering, Forschung und Entwicklung sowie Endmontage. Wesentliche Vorgaben sollten erst ab 2030 gelten.

Auch für den Gesamtfahrzeugabsatz hält Toyota eine Schwelle von 70 Prozent für realistisch, die vorgeschlagenen 85 Prozent dagegen nicht. Für öffentliche Beschaffung, Förderanreize und Firmenflotten sollten einheitliche Regeln gelten. Brennstoffzellenfahrzeuge sollten zunächst ausgenommen bleiben, bis sich Markt und Lieferkette weiterentwickelt haben.

CO₂-Regeln mit Augenmaß

Für 2035 sollte das Automobilpaket aus Sicht von Toyota eine ehrgeizige Richtung beibehalten, den Herstellern aber ausreichend Spielraum geben, um auf die tatsächliche Marktentwicklung reagieren zu können. Prognosen zufolge werden batterieelektrische Fahrzeuge bis 2030 rund 45 Prozent der Neuzulassungen ausmachen, während die geltenden Vorschriften mehr als 55 Prozent voraussetzen. Bei leichten Nutzfahrzeugen fällt die Lücke noch größer aus. Ohne entsprechende Flexibilität würden Investitionen in die Erfüllung regulatorischer Vorgaben fließen statt in Technologien, die Europa benötigt.

Toyota schlägt daher einen fünfjährigen Erfüllungszeitraum von 2028 bis 2032 vor. Für 2035 sollte ein CO₂-Reduktionsziel von 90 Prozent gelten, ergänzt um Flexibilitäten für erneuerbare Kraftstoffe und grünen Stahl. Bei leichten Nutzfahrzeugen spricht sich Toyota für eigene Ziele von minus 35 Prozent bis 2030 und minus 80 Prozent bis 2035 aus, jeweils auf Basis einer fünfjährigen Durchschnittsberechnung.

Fahrzeuge, die ausschließlich mit erneuerbaren zulässigen Kraftstoffen betrieben werden (VEEF), sollten auf Grundlage einer einheitlichen EU-Definition gemäß RED III regulatorisch als emissionsfrei eingestuft werden. Entwickeln sich Nachfrage oder Infrastruktur langsamer als erwartet, sollen die Ziele regelmäßig überprüft werden.

Planungssicherheit für das Vereinigte Königreich

Toyota begrüßt die Überprüfung des ZEV-Mandats durch die britische Regierung. Bis 2030 bleiben nur noch drei Jahre, während heutige Investitionsentscheidungen bereits die Produktion bis 2035 und darüber hinaus bestimmen.

Für 2030 schlägt Toyota deshalb einen maximalen ZEV-Anteil von 50 Prozent bei Pkw und 40 Prozent bei leichten Nutzfahrzeugen vor, jeweils ergänzt um Flexibilitäten. Gleichzeitig soll der regulatorische Rahmen für 2035 bereits jetzt festgelegt werden. Toyota spricht sich außerdem für einen Fünfjahresansatz nach EU-Vorbild, die Anerkennung erneuerbarer Kraftstoffe als Weg zur Dekarbonisierung und einen Abschluss der Überarbeitung im Jahr 2027 aus.

„Abschottung schwächt uns. Europa hat die Fähigkeiten, die Menschen und die vertrauenswürdigen Partner, um eine Führungsrolle einzunehmen. Die Gesetzgebung muss jedoch dem Tempo Rechnung tragen, in dem Kunden bereit und in der Lage sind, diesen Wandel mitzugehen. ‚Made with Europe‘ ist unser zentrales Anliegen, denn gemeinsam sind wir stärker“, sagt Matt Harrison, Chief Corporate Officer von Toyota Motor Europe.